Montag, 29. August 2016

Der erste Brettchenwebstuhl – was ist beim Kauf/Bau zu beachten


Wenn man noch nie brettchengewebt hat, dann sollte man nicht sofort einen Webstuhl kaufen. Es ist einfacher und bequemer damit zu arbeiten, als eine Kette quer durch die Wohnung zu legen. Aber weiß man auch, ob einem diese Handarbeit wirklich so gut gefällt, dass man um die hundert Euro für das Zubehör ausgeben will?

Webstuhl nach einem Fund aus Oseberg/Skandinavien 9.Jhd

Sonntag, 14. August 2016

Broschieren... Feinheiten

Wer bisher noch nicht broschiert hat, findet hier eine Anleitung. 

Wenn man ein brettchengewebtes Band broschiert, dann hat man mehrere Möglichkeiten, wie man den Broschierfaden unter das Gewebe senkt.

Pro Brettchen unter 1 Faden, pro Brettchen unter 2 Fäden (somit läuft er im Hauptfach mit) pro Brettchen unter allen 4 Fäden.

Machbar ist alles, was ist sinnvoll?

Das hängt davon ab, was für einen Effekt man erzielen will.


Samstag, 6. August 2016

Hochdorf - nochmal der Wandhaken 385

Und denkt Frau, dass sie alles beachtet hat und das historische Motiv eingefangen und gut nachgewebt hat, dann merkt sie beim Durchlesen der Beschreibung, dass sie nur das halbe Muster gewebt hat...

Denn in Hochdorf IV steht auf Seite 198 'zwei parallele Musterzonen'... und 'jede Musterzone besteht aus zwei gegenläufigen, sich verzahnenden Dreiecksreihen'.

Die Anleitung auf Seite 77 beinhaltet jedoch nur die einfache Musterzone.

Also nochmal aufketten, nochmal weben... und nachträglich feststellen, dass in der Mitte eigentlich auch noch Randbrettchen gehören... (das wird dann der dritte Versuch)


Sonntag, 31. Juli 2016

Hochdorf - die schmale Borte vom Wandhaken 385

Nachdem ich diese Borte bereits vor einigen Jahre gewebt hatte, wollte ich sie noch einmal in einfarbig weben, um mich dann an eine weitere einfarbige Borte vom Wandhaken 385 zu wagen.

Verwendet habe ich hier 20/2 pflanzengefärbtes Material und wie bei fast jedem Zweilochgewebe bin ich auch hier mit dem Material ein wenig zu dünn gewesen.


Dienstag, 26. Juli 2016

Hallstatt 3 - neue Farben für eine alte Borte

Nachdem ich vor einigen Jahren schon einmal dieses Band gewebt hatte, wollte ich es noch einmal weben.

Karina Grömer hat im Artikel 'Ein Abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg' aus dem Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, 56, 2009 ihre ursprüngliche Vermutung, dass es sich um eine Schnurbindung handelt, zugunsten des Zweilochgewebes geändert. So brauchte ich mir über die richtige Technik keine Gedanken machen, denn das Muster hatte ich schon im ersten Anlauf als Zweilochgewebe gefertigt.

Aber ich wollte es in den Farben weben, die das Band ursprünglich gehabt haben könnte. Basis für die Farbwahl ist der Artikel 'Hallstatt Textiles - Technical Analysis, Scientific Investigation and Experiment on Iron Age Textiles', 2005



Montag, 4. Juli 2016

Spätmittelalterlicher Gürtel

Wer sich für spätmittelalterliche Malerei interessiert kennt das Bildnis der Margarete van Eyck, die eine Houppelande trägt, die von einem breiten Gürtel gehalten wird.

Auch sonst gibt es so manch eine Abbildung, auf der Frauen breite, in sich gemusterte Gürtel tragen. Hier gibt es eine Sammlung, in der viele dieser Bilder zusammengetragen sind.

Ob diese wirklich brettchengewebt wurden, kann ich nicht sagen, aber es funktioniert.

Ich habe mich jedenfalls auch an einen weiteren Gürtel getraut und hier 161 Brettchen in schwarzer Seide NM22 aufgezogen. Das Band ist 7,8 cm breit.



Montag, 27. Juni 2016

Hallstatt 2 - ein neuer Versuch

2006/2007 hatte ich dieses Band bereits gewebt - nach intensiver Lektüre des Buches 'Hallstatt Textiles' und leichten Verzweifelns über den Artikel 'Farbstoff- und Elementanalyse an Textilien aus dem prähistorischem Salzbergwerk' von Regina Hofmann-de Keijzer, Maarten R. Van Bommel und Ineke Joosten habe ich mich erneut daran gesetzt.
Denn die Farben, in denen das Band geborgen wurde, entsprechen nicht den ursprünglichen Farben, die sich aufgrund der Salzeinwirkung und der langen Lagerung verändert haben.
Nach langem Überlegen und unter Berücksichtigung des oben erwähnten Artikels, in dem einige der geborgenen Textilien einer Farbstoffanalyse unterzogen wurden (aber die brettchengewebten Bänder wurden nicht berücksichtigt), halte ich folgende Farbkombination für sehr wahrscheinlich:
dark-green = blau (Waid)
dark-brown = rot (Krapp)
brownish yellow = gelb (Reseda)
Waid hatte ich nicht, dafür habe ich Indigo verwendet, die beiden anderen hatte ich.
Verwendet habe ich 20/2 Wolle und als Schussfaden verwende ich Pferdehaar - wie es auch in Band 1 verwendet wurde.
Damit erreiche ich fast die ursprüngliche Bortenbreite.
 

Donnerstag, 16. Juni 2016

Urban Legends beim Brettchenweben, Teil 2

Es gibt frühmittelalterliche slawische Borten, die in Doublefacetechnik brettchengewebt sind.

Ähhhh, nein. Stimmt so nicht.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Borten aus der Spätantike/Frühmittelalter in Deutschland

Hatte ich urpsrünglich in meinen Büchern nur einige wenige Funde markiert, so habe ich inzwischen wesentlich mehr Informationen über Borten aus dieser Zeit.

Es gibt mehr Funde, als man zuerst denkt.

Köln, St. Severin Grab 76 fotografiert im Römisch Germanischem Museum, Köln


Leider gibt es häufig Überreste, die mit 'mit Gloldlahn broschiert, Muster nicht mehr erkennbar, vermutlich geometrische Motive' beschriftet wurden. 
Allerdings muss man hier immer beachten, dass in diesen Fällen meistens nicht eindeutig geklärt ist, ob das Grundmaterial wirklich eine Brettchenborte ist. Alternativ kann es sich um Bandgewebe oder um eine Anlegearbeit handeln. Wenn die Textilien vergangen und nur das Gold übrig geblieben ist, kann man dies nicht mehr erkennen.

Sonntag, 29. Mai 2016

Urban Legends beim Brettchenweben Teil 1

Aufgrund der irreführenden Bezeichnung 'Köln, Stadtmuseum, 1975/7 a,b Kopie einer Plättchen-Weberei, Wienhausen, 14. jahrhundert RBA 148 278.-'  soll es sich um ein Band oder um die Rekonstruktion eines Bandes aus dem 14. Jhd. handeln.

Dem ist aber nicht so. Die Aufklärung gab es 2009 bei Flinkhand.

Oder von mir die Zusammenfassung:

Es gibt keinen Nachweis, dass dieses Muster im 14. Jhd. verwendet wurde!

Aber woher stammt dann dieses Bild?

Vermutlich hat 1975 Frau Müller-Harrmann (verstorben) eine Borte angefertigt, um zu zeigen, wie die Brettchenweberei geht und das wurde dann irrtümlich datiert!


Die einzigen befragbaren Damen, die zu dieser Zeit (1975) in Köln tätig waren, sind mittlerweile verstorben. Aber es ist sicher, dass es kein Original aus dieser Zeit (14. Jahrhundert) gibt.

Frau Wagner vom Museum Köln sagte dazu: 'Das wüsste ich!' (Leider ist mir das Datum der Stellungnahme nicht bekannt, es muss vor 2009 gewesen sein).

Auf Grund von Einsparungen wird dieser Zweig in Köln nicht weiter verfolgt und sie haben keine Kpazitäten, die da weiterhelfen können. 'Was da ist, bleibt unbearbeitet im Archiv'



Due to a misleading lable quite a lot people think that this is a historic band or the reconstruction of a historic band of the 14th century.

But this is wrong. In 2009 flinkhand throw light on this case. 

To summarize it:

There is NO proof that this pattern has been used in the 14th century.

But what is the origin of the picture?

Supposedly in 1975 Mrs. Müller-Harrmann (deceased) has woven a band to show how tablet weaving works and it had been labeld wrong.

The ladys which worked in 1975 in Colongne are long death, so they can't give us a statement. But it sure that it's not a historic band of the 14th century.

Mrs. Wagner from the museum in Cologne told us: 'I would know of a historic band.' (I don't know the date of the statement it must be before 2009)

On account of economy there is no furher capacity in Cologne to resarche this picture and we won't get more information.