Mittwoch, 21. September 2016

Hakenkreuze bei brettchengewebten Borten der Wikinger?

Manche Diskussionen hängen mir zum Hals raus. Eine davon ist die über die Verwendung von Hakenkreuzmotiven bei den Wikingern.

Denn irgendwie scheint die jeder zu tragen, obwohl die Motivwahl in Deutschland sagen wir mal 'umstritten' ist.

Deswegen hatte ich mir die Mühe gemacht, im Vorfeld zu einer wikingerzeitlichen Veranstaltung einmal alle Bortenfunde mit reinen Hakenkreuzmotiven (egal ob nun links- oder rechtsgedreht) rauszusuchen, die ich kenne:

Birka B5, broschiert 1,2 cm breit, eins von mehreren Motiven in der Borte

Birka B21, broschiert 1,0 cm breit, eins von mehreren Motiven in der Borte

Mammen, Borte vom Handgelenk, ca. 1,5 cm breit, eins von mehreren Motiven in der Borte

Hvilehøj, ca. 1,7 cm breit, eins von mehreren Motiven in der Borte

Das war es. 

Edit: Birka B6, broschiert 1,1 cm breit, hier gibt es wirklich mehrere Motive mit Hakenkreuzen, die sich abwechseln. 
Danke an Ankai für den Hinweis. 


Rekonstuktionsversuch des Bandes aus Hvilehøj

Donnerstag, 15. September 2016

Darf der das? - Edit, ja er darf

Wie ihr wisst, bin ich in Bezug auf die Verwendung von Fotos von meinen Arbeiten sehr empfindlich und achte sehr darauf, dass sich niemand mit fremden Federn schmückt.

Um so überraschter war ich, als vor einigen Tagen auf der Facebook Seite von einem Museumsdirektor Werbung für ein Brettchenwebkursus gemacht wurde, auf dem eine meiner Borten abgebildet wurde.

Freitag, 2. September 2016

Brettchenwebertreffen in Essen

Der nächste Termin ist Samstag der 29.10.2016 von 09 - 18.00 h.

Zur Anmeldung geht es hier lang oder man schreibt mir eine Mail an info (at) aisling.biz


Montag, 29. August 2016

Der erste Brettchenwebstuhl – was ist beim Kauf/Bau zu beachten


Wenn man noch nie brettchengewebt hat, dann sollte man nicht sofort einen Webstuhl kaufen. Es ist einfacher und bequemer damit zu arbeiten, als eine Kette quer durch die Wohnung zu legen. Aber weiß man auch, ob einem diese Handarbeit wirklich so gut gefällt, dass man um die hundert Euro für das Zubehör ausgeben will?
Webstuhl nach einem Fund aus Oseberg/Skandinavien 9.Jhd



Sonntag, 14. August 2016

Broschieren... Feinheiten

Wer bisher noch nicht broschiert hat, findet hier eine Anleitung. 

Wenn man ein brettchengewebtes Band broschiert, dann hat man mehrere Möglichkeiten, wie man den Broschierfaden unter das Gewebe senkt.

Pro Brettchen unter 1 Faden, pro Brettchen unter 2 Fäden (somit läuft er im Hauptfach mit) pro Brettchen unter allen 4 Fäden.

Machbar ist alles, was ist sinnvoll?

Das hängt davon ab, was für einen Effekt man erzielen will.


Samstag, 6. August 2016

Hochdorf - nochmal der Wandhaken 385

Und denkt Frau, dass sie alles beachtet hat und das historische Motiv eingefangen und gut nachgewebt hat, dann merkt sie beim Durchlesen der Beschreibung, dass sie nur das halbe Muster gewebt hat...

Denn in Hochdorf IV steht auf Seite 198 'zwei parallele Musterzonen'... und 'jede Musterzone besteht aus zwei gegenläufigen, sich verzahnenden Dreiecksreihen'.

Die Anleitung auf Seite 77 beinhaltet jedoch nur die einfache Musterzone.

Also nochmal aufketten, nochmal weben... und nachträglich feststellen, dass in der Mitte eigentlich auch noch Randbrettchen gehören... (das wird dann der dritte Versuch)


Sonntag, 31. Juli 2016

Hochdorf - die schmale Borte vom Wandhaken 385

Nachdem ich diese Borte bereits vor einigen Jahre gewebt hatte, wollte ich sie noch einmal in einfarbig weben, um mich dann an eine weitere einfarbige Borte vom Wandhaken 385 zu wagen.

Verwendet habe ich hier 20/2 pflanzengefärbtes Material und wie bei fast jedem Zweilochgewebe bin ich auch hier mit dem Material ein wenig zu dünn gewesen.


Dienstag, 26. Juli 2016

Hallstatt 3 - neue Farben für eine alte Borte

Nachdem ich vor einigen Jahren schon einmal dieses Band gewebt hatte, wollte ich es noch einmal weben.

Karina Grömer hat im Artikel 'Ein Abgerissener Ärmel aus dem Salzbergwerk Dürrnberg' aus dem Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, 56, 2009 ihre ursprüngliche Vermutung, dass es sich um eine Schnurbindung handelt, zugunsten des Zweilochgewebes geändert. So brauchte ich mir über die richtige Technik keine Gedanken machen, denn das Muster hatte ich schon im ersten Anlauf als Zweilochgewebe gefertigt.

Aber ich wollte es in den Farben weben, die das Band ursprünglich gehabt haben könnte. Basis für die Farbwahl ist der Artikel 'Hallstatt Textiles - Technical Analysis, Scientific Investigation and Experiment on Iron Age Textiles', 2005



Montag, 4. Juli 2016

Spätmittelalterlicher Gürtel

Wer sich für spätmittelalterliche Malerei interessiert kennt das Bildnis der Margarete van Eyck, die eine Houppelande trägt, die von einem breiten Gürtel gehalten wird.

Auch sonst gibt es so manch eine Abbildung, auf der Frauen breite, in sich gemusterte Gürtel tragen. Hier gibt es eine Sammlung, in der viele dieser Bilder zusammengetragen sind.

Ob diese wirklich brettchengewebt wurden, kann ich nicht sagen, aber es funktioniert.

Ich habe mich jedenfalls auch an einen weiteren Gürtel getraut und hier 161 Brettchen in schwarzer Seide NM22 aufgezogen. Das Band ist 7,8 cm breit.



Montag, 27. Juni 2016

Hallstatt 2 - ein neuer Versuch

2006/2007 hatte ich dieses Band bereits gewebt - nach intensiver Lektüre des Buches 'Hallstatt Textiles' und leichten Verzweifelns über den Artikel 'Farbstoff- und Elementanalyse an Textilien aus dem prähistorischem Salzbergwerk' von Regina Hofmann-de Keijzer, Maarten R. Van Bommel und Ineke Joosten habe ich mich erneut daran gesetzt.
Denn die Farben, in denen das Band geborgen wurde, entsprechen nicht den ursprünglichen Farben, die sich aufgrund der Salzeinwirkung und der langen Lagerung verändert haben.
Nach langem Überlegen und unter Berücksichtigung des oben erwähnten Artikels, in dem einige der geborgenen Textilien einer Farbstoffanalyse unterzogen wurden (aber die brettchengewebten Bänder wurden nicht berücksichtigt), halte ich folgende Farbkombination für sehr wahrscheinlich:
dark-green = blau (Waid)
dark-brown = rot (Krapp)
brownish yellow = gelb (Reseda)
Waid hatte ich nicht, dafür habe ich Indigo verwendet, die beiden anderen hatte ich.
Verwendet habe ich 20/2 Wolle und als Schussfaden verwende ich Pferdehaar - wie es auch in Band 1 verwendet wurde.
Damit erreiche ich fast die ursprüngliche Bortenbreite.